Das Lübecker Burgklostertor
Schlösser in Deutschland — Von Burg am 08.12. 2011 at 15:22Einst waren es vier Tore, die der Befestigung der reichen Hansestadt Lübeck dienten, doch von den vieren, sind heute nur noch das Burgtor und das Holstentor übriggeblieben. Das Burgtor zeugt von der wechselhaften Geschichte Norddeutschlands vom Mittelalter bis zur Jetztzeit.
Zur Geschichte des Burgklosters
Das Burgtor ist nach dem Burgkloster benannt, das heute als Museum dient. Das Burgkloster wurde 1229 fertig gestellt. Es ist bis heute eines der imposantesten Klöster, das Zeugnis vom Leben und gesellschaftlichen Fortschritt in Norddeutschland seit dem Mittelalter ablegt. Das Kloster entstand aus einer ehemaligen Burg und gehörte bis zur Reformation im 16. Jahrhundert einem Dominikanerorden. In weiterer Folge diente es als Armenhaus, später als Gericht und Untersuchungsgefängnis. Während der Naziherrschaft wurden Juden und Widerstandskämpfer hier festgehalten. Heute beherbergt es das Architekturmuseum, einen bedeutenden Münzschatz und eine Ausstellung über das jüdische Leben in der Stadt. Zugleich dient es als kulturelles Zentrum, wo wechselnde Ausstellungen besonders zu Kunst- und Kulturthemen gezeigt werden. Durch aufwändige Restaurierungsarbeiten ist es Besuchern möglich, sich vorzustellen, wie das ehemalige Kloster und das Gericht sowie die Gefängniszellen ausgesehen haben.
Das Burgtor – einst fast abgerissen, heute ein Touristenmagnet
Das Tor befindet sich am nördlichen Ende von Lübecks Altstadt und sollte Eindringlinge abwehren. Das Burgtor, im Jahr im spätgotischen Stil 1444 innerhalb der Mauern der Befestigungsanlage nach den Plänen des Stadtbaumeisters Nicolas Peck fertiggebaut, ist nur eines von drei hintereinander liegenden Toren. Es ist als Teil einer Doppeltoranlage erschaffen worden, die Nachbarsgebäude sind ein Zollhaus und ein Marstall, wo damals Pferde untergestellt wurden. 1622 wurde zwischen die beiden Tore ein drittes erbaut. Das Tor erfüllte seinen Zweck weitgehend, nur einmal gelang es einem feindlichen Heer dieses Bollwerk zu überwinden. Damals besetzten die Franzosen die Stadt mehrere Jahre lang. Im 19. Jahrhundert überlegte man mehrfach, das Burgtor niederzureißen, um Bauplatz für die wachsende Bevölkerung zu schaffen, die Bürgerschaft entschied sich schließlich dagegen. In den Jahren 1850, 1875 und 1920 wurden stattdessen drei weitere Durchgänge geschaffen, um die sich zunehmend verschlechternde Verkehrssituation zu entlasten. Wie zu früheren Zeiten befindet sich eine Weberei im Gebäude, außerdem ein Jugendzentrum der Stadt. Hat man einmal die Gelegenheit eine Nacht in Lübeck zu verbringen, sollte man sich das Tor ansehen.
Image: dd – Fotolia
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